Leaky gut – wenn dein Darm mehr durchlässt, als er sollte

von Christine Feeberger | 06.01.2026 | Tipps

Löchriger Darm – der Begriff täuscht, der Darm hat natürlich keine echten Löcher, sondern eine Permeabilitätsstörung.

Unser Darm dient in erster Linie einmal der Verdauung. Außerdem stellt er auch eine wichtige Barriere dar, welche verhindert, dass mit der Nahrung aufgenommene, für uns schädliche Substanzen in den Blutkreislauf gelangen.

Diese Barriere ist jedoch hauchdünn: nur eine Zellschicht trennt das Innere des Darms vom Äußeren. Unsere Darmzellen liegen eng aneinander und werden von den sogenannten Tight Junctions verbunden. Sie gewährleisten die Diffusion der Mikro- und Makronährstoffe.

Und genau diese Tight Junctions lösen sich bei einem „Leaky gut“ auf oder öffnen sich zeitlich zu lange oder zu weit. Dafür sind u.a. bestimmte Nährstoffe verantwortlich. Wenn die Barrierefunktion des Darms nicht gewährleistet ist, können nicht vollständig verdaute Nährstoffe, Giftstoffe und ähnliches in den Blutstrom übergehen und dadurch unser Immunsystem dauerhaft aktivieren.

Woran erkennt man einen leaky gut: die Symptome äußern sich leider sehr unterschiedlich: Neurodermitis, Migräne, Depressionen, hohe Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung und vieles mehr. Daher ist eine Diagnostik aufgrund der Symptome schwierig. Am besten eignet sich eine Stuhldiagnostik: die für den Leaky gut wichtigen Biomarker sind Zonulin, Alpha Anti Trypsin (Akutphaseprotein), I-FABP, ein Protein das 100 % Darm spezifisch ist. Wird das Darmeptihel geschädigt, wird I-FABP freigesetzt und ist messbar.

Die Vorgehensweisen nach der Diagnostik ist sehr individuell und komplex, da die Ursache für den leaky gut herausgefunden werden muss. Hier gibt es kein one fits all. Individuell angepasste Therapieansätze sorgen langfristig für eine Verbesserung.

So kann es bei einem massiven leaky gut durch die Einnahme von Probiotika im ersten Schritt auch zu Verschlechterungen kommen. Ein guter Therapeut, eine gute Therapeutin unterstützt spezifisch und individuell, um negative Auswirkungen zu vermeiden.

Auch macht es absolut keinen Sinn einen entzündeten Darm oder leaky gut mit fermentierten Gemüse zu belasten. Also Achtung mit allgemeinen Empfehlungen.

Therapieziele:

  1. Eliminieren der Stressoren
  2. Eine entzündungsmoderierende Strategie entwickeln: dazu gehören z.B. Mikronährstoffe, Omega 3, sekundäre Pflanzenstoffe und ziemlich sicher eine Ernährungsumstellung.
  3. Reparieren der physiologischen Barriere: Glutamin, Zink, Vit D, Vit A, …
  4. Repopulation des Mikrobioms – Strategie Probiotika, Präbiotika: Ziel eine Eubiose.
  5. Literaturvorschlag: Prof. Dr. Alessio Fasano: Die ganze Wahrheit über Gluten. Südwest Verlag.
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